Artikel aus der Bonner Illustrierten, Jan. 2001
Gourmetkoch Hartmut Bartz arbeitet bereits seit mehreren Jahren als "Mietkoch". Ob Candlelight Dinner im kleinsten Kreis, runder Geburtstag, eine Hochzeit mit 150 geladenen Gästen im heimischen Garten, oder einer angemieteten Lokalität mit Küche - das alles ist für den gebürtigen Krefelder kein Problem. Der 32-jährige hat sein Handwerk schließlich bei Monsieur Chopelin im Krefelder Gasthof Korff von der Pike auf gelernt. Nach seiner Ausbildung studierte er in Bonn Ökotrophologie. Die Idee zum Mietkoch hatte er anlässlich einer Geburtstagsfeier seiner Freundin, bei der er die Gäste am eigenen Herd mit frisch zubereiteten Köstlichkeiten verwöhnte. Die Freunde waren begeistert.

"Daraus musst Du mehr machen" ermunterten sie den Wahlbonner und das tat er auch. Seit nun mehr acht Jahren kommt Bartz zu seinen Kunden nach Hause, um dort vor Ort für sie zu kochen. Dazu braucht er nicht mehr als eine handelsübliche Küche. Sie sollte nur über genügend Arbeitsfläche verfügen und nicht zu klein sein. Spezielle Küchengeräte, wie einen zusätzlichen Zweiflammenkocher oder Töpfe und Pfannen, die sich in einer deutschen Durchschnittsküche nicht finden, bringt er mit. In einem persönlichen Vorgespräch wird das Menü ganz individuell nach den Wünschen und dem Geschmack des Kunden zusammengestellt. Auch bei der Auswahl harmonierender Weine ist Bartz behilflich.

Der Gourmetkoch hat sich der gehobenen internationalen Küche verschrieben. Er möchte seine Kunden mit exquisiten Gerichten verwöhnen. Daher verwendet er auch nur ausgesuchte Zutaten. Die müssen nicht nur frisch sein, sondern auch von einer besonderen Qualität. Seine Waren bezieht er ausschließlich bei dem Feinkosthändler Effelsberg in der Bonner Südstadt. "Bei ihm," so der einstige Student der Ernährungswissenschaften, "bekomme ich erstklassige Ware, auch ausgefallene Produkte, die in Deutschland nur schwer zu haben sind." Bartz, kulinarischer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ob Wild, erlesene Fisch- und Fleischgerichte oder vegetarisch, erfüllt wird jeder Wunsch, wobei er sich selbst gerne an saisonale Produkte hält. Denn warum soll man Tomaten aus den Treibhäusern Spaniens nehmen, wenn sich mit einheimischen Saisonprodukten ebenso exquisite Gerichte zaubern lassen?

"Das Besondere am ,Kochen vor Ort", so Bartz "ist, dass die Gastgeber ihre Gäste in ihrer heimischen Umgebung empfangen können. Das verleiht dem Fest den ganz privaten und persönlichen Charakter." Gleichzeitig haben die Gastgeber mit der Organisation aber nichts zu tun. All diese Aufgaben übernimmt der Mietkoch. Er macht den Einkauf, bereitet vor und zu und das Bonbon für die Hausfrau: Er verlässt die heimische Küche so sauber, wie sie vorher war.